Zum Inhalt springen

Almada: Zwei Schulen wegen Wasserkrise geschlossen

Geschlossene Schultür mit Schild „Escola Fechada“, Mutter verabschiedet Kind mit Rucksack am Tor.

Schulen in Almada und die Wasserkrise

Die Stadtverwaltung von Almada (CMA) hat an diesem Freitag zwei Schulen im städtischen Kern des Kreises geschlossen. Dieses Gebiet war bislang kaum oder gar nicht von der Krise bei der Wasserversorgung betroffen. Weitere Schließungen im Netz der Bildungseinrichtungen in den kommenden Tagen schließt die Kommune jedoch aus.

Bei einem Treffen der Stadtverwaltung mit den Schulverbänden am Freitagvormittag wurde eine Schließung weiterer Schulen in den nächsten Wochen ausgeschlossen. Am frühen Nachmittag, nach der Sitzung, erklärte der Vizepräsident der CMA, Filipe Pacheco, in einem dem Expresso übermittelten Zitat, es gebe keinen „kommunalen Plan zur Schließung von Schulen aufgrund der außergewöhnlichen Situation des Wassermangels“.

Zuvor hatte der Sprecher der CMA lediglich versichert: „Alle Änderungen, die in den kommenden Tagen an Schuleinrichtungen vorgenommen werden könnten, werden von der Stadtverwaltung den Schulverbänden und selbstverständlich in der Folge auch den Eltern ordnungsgemäß mitgeteilt, damit sie ihr Leben in diesem besonders sensiblen Moment bestmöglich organisieren können.“

Die Eltern wurden am Donnerstag über die Plattform SIGA per E-Mail darüber informiert, dass die Grundschule (EB) Alexandre Castanheira in Laranjeiro sowie die EB von Pragal geschlossen werden. Die Kinder wurden jeweils an die EB do Laranjeiro und die EB Feliciano Oleiro verwiesen. Aus den E-Mails geht nicht hervor, ob die Schließungen auf diesen Freitag beschränkt bleiben oder in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.

Die Stadtverwaltung begründet die Schließung der Grundschule in Laranjeiro ausschließlich damit, dass sie „nicht auf die außergewöhnliche Situation des Wassermangels zurückzuführen ist“, sondern darauf, dass es „einen Rohrbruch gab und die Schule geschlossen werden musste“, weil „keine Bedingungen“ bestanden hätten, die Kinder weiter in der Einrichtung zu betreuen. Die Schließung der Schule in Pragal soll hingegen eine einseitige Entscheidung des Schulverbands gewesen sein.

Betroffene Stadtteile und Versorgungslage in Almada

Die beiden betroffenen Schulen liegen in Gemeinden des städtischen Zentrums von Almada – Almada, Cova da Piedade, Pragal e Cacilhas sowie Laranjeiro e Feijó –, die von der Krise der Wasserversorgung bislang nur gering betroffen waren. Anders stellt sich die Lage in den Gemeinden Costa de Caparica, Caparica e Trafaria sowie Charneca de Caparica e Sobreda dar: Dort bestehen seit mehr als einer Woche Probleme. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde die Wasserversorgung in mehreren Orten dieser Gebiete des Kreises vollständig unterbrochen.

Umweltministerin Maria da Graça Carvalho erklärte am Donnerstag, die Versorgungsprobleme könnten noch „zwei oder drei Wochen“ andauern. Die „sofortige“ Genehmigung zweier neuer Brunnen durch die Portugiesische Umweltagentur (APA) werde jedoch dazu führen, dass sich die Lage täglich verbessere. Der erste Brunnen soll noch in dieser Woche fertiggestellt werden und die verfügbare Wassermenge im Kreis um 20% erhöhen. Der zweite Brunnen, der „praktisch die benötigten Wassermengen decken“ soll, werde dagegen mehr Zeit benötigen, bis er in Betrieb gehen kann.

In einem Interview mit SIC Notícias am Donnerstagabend begründete die Bürgermeisterin der CMA, die für den Kreis den Alarmzustand ausgerufen hatte, die Krise mit einem „absolut außergewöhnlichen“ Anstieg des Wasserverbrauchs seit Jahresbeginn, der durch den Beginn der Badesaison noch verschärft worden sei: „Der nationale Durchschnittsverbrauch liegt bei etwa 180 Litern pro Person und Tag. In Almada liegen wir bei 300 Litern, und in den Badegebieten kamen wir auf fast 500 Liter pro Person und Tag. Wir haben alle Rekorde gebrochen“, sagte Inês de Medeiros. Außerdem warf sie der Nachbarkommune Seixal vor, die Verlegung eines Brunnens, der ursprünglich Almada gehört habe, gerichtlich zu verhindern.

Neue Brunnen und Investitionen in das Wassernetz

Die von Expresso befragten Fachleute erläutern, dass die derzeitige Situation auf eine Reihe von Ursachen zurückgeht, darunter eine übermäßige Wasserentnahme und eine steigende Nachfrage. Um die aktuelle Lage zu entschärfen, seien neben den zwei Brunnen, die bald in Betrieb gehen sollen, fünf weitere geplant. Maria da Graça Carvalho kritisierte im Zusammenhang mit der Wasserkrise in Almada den mangelnden Ausbau des Netzes, den sie als „offensichtlich“ bezeichnete.

Die CMA wies diese Darstellung in ihrer Antwort auf Fragen des Expresso zurück: In den vergangenen fünf Jahren seien „23,9 Millionen €, davon 5,7 Millionen € für Wassergewinnung, die Sanierung von Infrastruktur und das Wasserverteilungsnetz“ investiert worden. Gegenüber SIC Notícias sagte Inês de Medeiros sogar, die Ministerin sei „schlecht beraten und schlecht informiert“ worden, als sie erklärt habe, die CMA hätte europäische Mittel zur Finanzierung der Erneuerung des Netzes beantragen sollen.

Aktualisiert um 14:42 Uhr mit einem Zitat des Vizepräsidenten der CMA

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen