Die COP28, der Klimagipfel in Dubai, sollte gestern, am 12. Dezember, enden. Erst heute, am 13. Dezember, erzielten die mehr als 200 teilnehmenden Länder jedoch einen Konsens über die umstrittene Zukunft fossiler Brennstoffe.
Schon vor Beginn des Gipfels hatte sich eine Kontroverse angebahnt: Sultan Ahmed Al Jaber, Präsident der COP28, erklärte, ein Ende fossiler Brennstoffe käme einer Rückkehr in die Steinzeit gleich.
Während der gesamten COP28 blieb der Streit bestehen. Die eine Seite verlangte einen möglichst schnellen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, die andere setzte sich für einen schrittweisen und realistischeren Ansatz ein.
Der umstrittene erste COP28-Entwurf
Den Höhepunkt erreichte die Debatte gestern, am 12. Dezember, mit dem ersten Entwurf des Abkommens. Darin fehlte sogar der Vorschlag, fossile Brennstoffe „schrittweise abzubauen“. Der Text wurde als widersprüchlich bewertet, woraufhin die Kontroverse erneut aufflammte.
Nach Angaben der Vereinten Nationen behandelte der Entwurf zusammengefasst mehrere Themen: „die Verdreifachung der weltweiten Kapazität erneuerbarer Energien bis 2030; den raschen schrittweisen Rückgang der Kohle; die Begrenzung der Zahl neuer Genehmigungen, emissionsfreie und emissionsarme Technologien, Klimafinanzierung sowie Anpassungsziele mit unzureichenden finanziellen Zusagen.“
Wie bereits erwähnt, enthielt der Entwurf allerdings keinen Hinweis auf den „schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen“. Auch die Begriffe „Erdöl“ und/oder „Erdgas“ wurden nicht genannt.
Was bei der COP28 vereinbart wurde
Das Ausbleiben einer Aussage zu diesem Thema löste bei mehreren Staaten „Empörung“ aus. Am heutigen Mittwoch, dem 13. Dezember, gelang den Vertretern von mehr als 200 Ländern schließlich doch eine Einigung.
Im neu veröffentlichten Text fordert die COP28-Präsidentschaft die Staaten dazu auf, ihre Anstrengungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen zu verstärken; dazu gehören Maßnahmen, die „auf einen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen hinarbeiten“.
Eine direkte Formulierung zu deren schrittweiser Abschaffung oder die Festlegung konkreter Ziele, wie sie mehrere Länder gefordert hatten, enthält das Dokument zwar nicht. Es ruft jedoch zu einem „Übergang weg von fossilen Brennstoffen in den Energiesystemen auf faire, geordnete und gerechte Weise auf, wobei die Maßnahmen in diesem entscheidenden Jahrzehnt beschleunigt werden sollen, um im Einklang mit wissenschaftlichen Empfehlungen bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen“.
Historischer Konsens und anhaltende Kritik
Nachdem der COP28-Präsident den finalen Text verkündet hatte, wurde er dennoch mit großem Applaus verabschiedet. Viele Beteiligte bezeichneten die Vereinbarung als historisch.
Die #COP28 verabschiedet den wegweisenden „#UAEConsensus“ zum Klimawandel und zeichnet damit einen Weg in eine nachhaltige Zukunft.
Vertreter von 197 Ländern sowie der Europäischen Union haben am Mittwoch auf der COP28 den historischen „#UAEConsensus“ zum Klimawandel angenommen, der ... pic.twitter.com/o90Rxs8EfH
- WAM English (@WAMNEWS_ENG), 13. Dezember 2023
„Ich danke Ihnen von Herzen. Wir haben in sehr kurzer Zeit gemeinsam einen langen Weg zurückgelegt. (…) Uns ist eine umfassende Antwort zur Senkung der weltweiten Emissionen gelungen. Wir haben einen robusten Aktionsplan vorgelegt, um das Ziel von 1,5 °C (Temperaturanstieg) in Reichweite zu halten.“
- Sultan Ahmed Al Jaber, Präsident der COP28
Trotz des Beifalls stellten Aktivisten, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Wissenschaftler, die ebenfalls an diesem Klimagipfel teilnahmen, die Maßnahmen weiterhin infrage. Sie zeigten sich überrascht darüber, dass dieses Thema so schnell abgehandelt wurde.
UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich zudem in den sozialen Netzwerken und veröffentlichte ein Foto mit der Bildunterschrift „Der schrittweise Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ist unvermeidlich“.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen