Die Haltung dieses Partners Frankreichs verändert sich grundlegend.
Lange Zeit genoss Kernenergie in Irland keinen Rückhalt. Nach einer starken gesellschaftlichen Mobilisierung, die 1978 begann, beschloss das Land 1999 ein ausdrückliches Verbot für den Einsatz dieser Technologie.
Wie die Financial Times berichtet, könnte sich dies jedoch ändern. Die Regierung bereitet sich darauf vor, die Debatte über die Nutzung der Kernenergie wieder aufzunehmen, während Rechenzentren das nationale Energiesystem erheblich belasten. Den von unseren Kollegen veröffentlichten Daten zufolge entfallen auf diese Data Center nahezu ein Viertel des irischen Stromverbrauchs. Bis 2032 könnte ihr Anteil auf 30 % steigen. Ihr Energiebedarf nimmt seit mehreren Jahren kontinuierlich zu, insbesondere durch den Aufstieg generativer KI.
Premierminister Michael Martin erklärte kürzlich: „Wir sind offen für diese Option [die Kernenergie].“ James O’Connor, ein Abgeordneter seiner Partei, hat zudem einen Gesetzentwurf eingebracht, der das Verbot der Kernenergie aufheben soll.
Kernenergie ist in Irland kein Tabu mehr
„Kernenergie ist der richtige Weg“, erklärte O’Connor im Mai vor dem irischen Parlament. Als Beispiel nennt er Finnland, ein Land vergleichbarer Größe, das fast 40 % seines Stroms aus Kernenergie erzeugt.
Diese Option könnte Irland zugleich helfen, eine bestehende Abhängigkeit zu verringern. Der Staat muss derzeit vier Fünftel seines Energiebedarfs importieren. Zwar wird der Strommix allmählich klimafreundlicher – im vergangenen Jahr stammten 32 % aus Windkraft –, doch fossile Energien bleiben prägend: 40 % kamen aus Gas.
Dass die irische Regierung eine stärkere Unterstützung der Kernenergie erwägt, hängt auch mit dem Wandel der öffentlichen Meinung zusammen. Einer von der britischen Zeitung erwähnten Umfrage vom vergangenen April zufolge befürworten 43 % der Befragten die Aufhebung des Kernenergieverbots, während 28 % dessen Beibehaltung wünschen.
Bemerkenswert ist außerdem, dass Frankreich in diesem Bereich als Vorbild gilt. Eamonn O’Reilly, Vorsitzender des Ausschusses für Energie und Klimaschutz der Irischen Ingenieurakademie, erklärt: „Wir sollten in den 2020er-Jahren das tun, was die Franzosen in den 1970er-Jahren getan haben“. Seiner Ansicht nach könnte Irland mit dem Bau kleiner modularer Reaktoren bis 2050 48 % seines Stroms auf diese Weise erzeugen.
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