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Wie Staudämme die Rotation der Erde und den Meeresspiegel der Ozeane verändern

Junge nutzt Tablet mit 3D-Globusprojektion vor großem Fenster und Blick auf Staudamm und Wasser.

Große menschliche Bauwerke verändern das physikalische Gleichgewicht der Erde auf überraschende Weise. Werden gewaltige Wassermengen gespeichert, verändert dies die Umverteilung der terrestrischen Masse, verschiebt die Rotationsachse und bremst zugleich den weltweiten Anstieg der Ozeane.

Wie beeinflusst die Speicherung von Wasser die Rotation der Erde?

Wenn Flüsse aufgestaut und künstliche Seen geschaffen werden, konzentriert sich ein enormes Gewicht in bestimmten Bereichen der Erdoberfläche. Diese Ansammlung von Wasser bewirkt eine relevante Veränderung der planetaren Struktur und wirkt über die ausgeübte Gravitationskraft unmittelbar auf die Achse der Erdrotation ein.

In der angesehenen Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlichte Analysen verdeutlichen das Ausmaß dieses kumulierten physikalischen Effekts. Die Tausenden künstlich angelegten Stauseen konnten eine deutliche polare Verschiebung verursachen und die Lage der geografischen Pole messbar verändern.

Wie veränderte ein chinesisches Wasserkraftwerk die Rotation der Erde?

Der Bau großer Reservoirs speichert so viel Gewicht, dass sich die Massenverteilung des Planeten verändert und … Mehr lesen

Welche tatsächlichen Auswirkungen haben Staudämme auf die Pole?

Forschende der renommierten Harvard University unter der Leitung von Natasha Valencic bezifferten diese geometrische Veränderung über die vergangenen Jahrzehnte. Ihrer Untersuchung zufolge summierte sich die Bewegung der planetaren Achse durch die Speicherung von Wasser auf mehr als einen Meter.

Für den Zeitraum von 1835 bis 2011 kartierten die Forschenden exakt 6.862 Staudämme auf mehreren Kontinenten. Die enorme Wasserrückhaltung dieser Bauwerke reichte aus, um eine tatsächliche polare Verschiebung hervorzurufen, und belegt damit die menschliche Fähigkeit und den menschlichen Einfluss.

Nachfolgend ein Video des YouTube-Kanals SpaceTime with Stuart Gary, das die in diesem Thema behandelten Punkte vertieft:

Wie verändern Staudämme den Meeresspiegel der Ozeane?

Neben dem Einfluss auf die Erdrotation verhindert in Reservoirs zurückgehaltenes Wasser, dass beträchtliche Mengen die Meere erreichen. Diese Speicherung an Land führte zu einer unmittelbaren Senkung des globalen Meeresspiegels und zeigt sehr überraschende ökologische Zusammenhänge auf.

Die vorgestellten Berechnungen zeigen, dass der mittlere Meeresspiegel um etwa 21 Millimeter sank. Das durch technische Bauwerke gespeicherte Gesamtvolumen würde ausreichen, um die riesige natürliche Vertiefung des berühmten Grand Canyon zweimal zu füllen.

Zusammenfassung der Auswirkungen von Staudämmen

Globale physikalische Effekte

Die wichtigsten Erkenntnisse zur Speicherung von Wasser auf dem Planeten:

  • 1
    Kumulierte Polverschiebung von 1,13 Meter zwischen 1835 und 2011;
  • 2
    Wasserrückhaltung in Höhe des zweifachen Volumens des Grand Canyon;
  • 3
    Rückgang des globalen mittleren Meeresspiegels um ungefähr 21 Millimeter.

Warum verändert die Umverteilung von Masse die Erde?

Die Rotation jedes Himmelskörpers wird davon bestimmt, wie sein inneres Gewicht verteilt ist. Werden große Wassermengen in andere Breitengrade verlagert, verändert sich das Massenzentrum und damit die Trägheit des Planeten.

Dieses physikalische Phänomen zeigt, dass menschliche Aktivitäten lokale Grenzen überschreiten und globale Parameter beeinflussen können. Die künstliche Verlagerung von Flüssigkeiten verändert Faktoren, die ohne äußere astronomische Kräfte bislang als unveränderlich galten.

Die Veränderung der Erdachse hängt mit grundlegenden physikalischen Faktoren der planetaren Dynamik zusammen:

  • Umverteilung der Masse auf den Kontinenten;
  • Veränderung des Trägheitsmoments der Erde;
  • Direkter Einfluss auf die Position der geografischen Pole.

Wie sieht die Zukunft der geophysikalischen Dynamik der Erde aus?

Der fortlaufende Bau neuer Staudämme in zahlreichen Ländern verändert weiterhin den weltweiten Wasserkreislauf. Das Verständnis dieser geophysikalischen Effekte hilft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern dabei, Veränderungen des Klimas und die Bewegung unseres Globus mit größerer technischer Genauigkeit zu überwachen.

Die American Geophysical Union betont, wie wichtig es ist, die Folgen massiver Infrastrukturprojekte zu bewerten. Eine kontinuierliche Überwachung der Einzugsgebiete ermöglicht es, nachzuvollziehen, wie lokale Handlungen dauerhafte physikalische Veränderungen in der Dynamik des gesamten Planeten auslösen.

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