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Kupferpreise müssen sich laut Studie der University of Michigan verdoppeln

Mann im Büro untersucht Kupferkabel mit Windturbinenmodell und Laptop mit Wachstumsdiagramm im Hintergrund.

Kupfer trägt im Hintergrund nahezu alles, was Menschen täglich nutzen – von den Leitungen in Wohnhäusern bis zu Ladesystemen für Elektroautos.

Während Länder neue Städte errichten, Stromnetze ausbauen und in saubere Energie investieren, steigt der Kupferbedarf weiterhin rasant. Eine neue Untersuchung der University of Michigan (U-M) deutet jedoch auf ein erhebliches Problem hin.

Damit moderne Technologien weiter aufgebaut und der Planet durch grüne Energie geschützt werden kann, könnte sich der Kupferpreis schon bald verdoppeln müssen.

Kupfer ermöglicht den Alltag

Kupfer ist weit mehr als ein gewöhnliches Metall: Es bildet eine Grundlage des modernen Lebens. Ein von dem U-M-Geologen Adam Simon geleitetes Forschungsteam untersuchte kürzlich, wie viel Kupfer weltweit tatsächlich benötigt wird.

Dabei kamen die Forschenden zu dem Ergebnis, dass Kupfer als „verbindende Arterie“ für nahezu alles dient, was wichtig ist – vom Hochgeschwindigkeitsinternet bis zum Stromnetz.

„Kupfer ist der grundlegende Dreh- und Angelpunkt für die sozioökonomische Entwicklung und fungiert als verbindende Arterie für Infrastruktur, digitale Intelligenz sowie die Erzeugung, Übertragung und Speicherung von Strom. Ohne eine deutliche Steigerung des Kupferangebots wird globale Entwicklung nicht stattfinden“, erklärte Simon.

Steigende Nachfrage nach Kupfer

Derzeit werden weltweit jährlich rund 23 Millionen Tonnen Kupfer gefördert. Würde sich unser heutiger Lebensstil unverändert fortsetzen, läge der jährliche Bedarf bis 2050 bei 37 Millionen Tonnen.

Soll die Welt jedoch vollständig auf Elektrofahrzeuge und 100 % erneuerbare Energien umstellen, schnellt dieser Wert auf enorme 91.7 Millionen Tonnen. Diese Lücke wäre gewaltig.

Neue Kupferminen sind zu teuer

Es liegt nahe zu fragen, warum nicht einfach mehr Minen erschlossen und weiteres Kupfer gesucht wird.

Entscheidend sind dabei Kosten und Zeit. Die Forschenden der University of Michigan stellten fest, dass der Aufbau einer neuen Mine außerordentlich kostspielig ist.

So verursacht eine Mine in der Mongolei jährliche Kosten von etwa $18,916 je erzeugter Tonne Kupfer. In den Vereinigten Staaten steigt dieser Betrag auf $29,614 pro Tonne.

Kupferpreise müssen steigen

Eine Tonne Kupfer wird gegenwärtig für ungefähr $13,000 gehandelt. Übersteigen die Kosten für die Förderung den Preis, zu dem Unternehmen das Metall verkaufen können, wird niemand neue Minen errichten.

Deshalb vertritt das Forschungsteam die Auffassung, dass sich der Preis verdoppeln muss. Höhere Preise würden Bergbauunternehmen einen Anreiz geben, das Risiko neuer Projekte einzugehen.

„Nahezu sicher ist, dass der Kupferpreis erheblich steigen muss, damit die Fördermengen die erwartete Entwicklung wie bisher erfüllen können – selbst ausgehend von den derzeit hohen Werten“, sagte Simon.

Recycling und Ersatzstoffe reichen nicht aus

Das Forschungsteam prüfte zudem Wege, Kupfer zu gewinnen, ohne ausschließlich neue Minen zu eröffnen. Recycling ist ein wichtiger Anfang; Fachleute rechnen damit, dass es bis 2050 etwa 13.4 Millionen Tonnen liefern könnte.

Kupfer lässt sich außerdem durch die Verarbeitung „niedrighaltiger“ Gesteine oder von Restmaterialien aus alten Minen gewinnen.

Einige Branchen könnten versuchen, Kupfer durch Aluminium oder Kunststoff zu ersetzen. Diese Materialien haben jedoch häufig einen versteckten Nachteil: Ihre Herstellung kann mehr Verschmutzung verursachen.

Das künftige Angebot könnte den Bedarf nicht decken

Selbst mit Recycling und verbesserten Technologien wird die verfügbare Menge weiterhin nicht ausreichen.

Das gilt insbesondere angesichts der Milliarden Menschen in Entwicklungsländern, die noch immer auf grundlegende Dinge wie eine verlässliche Stromversorgung und sanitäre Einrichtungen warten.

In den Vereinigten Staaten sind pro Person etwa 200 Kilogramm Kupfer verbaut. In Ländern wie Indien oder in Staaten Afrikas liegt die Menge bei weniger als 0.5 Kilogramm je Einwohner.

Um allen Menschen einen gerechten Lebensstandard zu ermöglichen, benötigt die Welt gewaltige Mengen neuen Metalls.

Der Welt läuft die Zeit davon

Das Problem besteht nicht darin, dass die Erde kein Kupfer mehr hat. Die eigentliche Herausforderung ist die Geschwindigkeit, mit der es gefördert werden kann.

Laut der Studie der University of Michigan müssen Regierungen das „Genehmigungsverfahren“ – also die rechtlichen Unterlagen, die für den Start einer Mine erforderlich sind – deutlich beschleunigen und vereinfachen.

Derzeit dauert es Jahre oder sogar Jahrzehnte, bis eine neue Mine genehmigt wird.

Kupfer entscheidet über Ziele für saubere Energie

„Maßnahmen zur Förderung des Bergbaus umfassen die Straffung und Vereinfachung der Genehmigungsverfahren, eine bessere Transparenz, Liquidität, Governance und Preisfindung auf den globalen Märkten sowie garantierte Abnahmevereinbarungen, damit kapitalintensive Bergbauprojekte mit langen Laufzeiten wirtschaftlich tragfähig werden“, sagte Simon.

Im Kern muss die Welt dem Bergbau Vorrang einräumen, wenn sie ihre Klimaziele erreichen will.

„Der Welt geht nicht das Kupfer aus; ihr läuft die Zeit davon, es zu produzieren. Es schnell genug aus dem Boden zu holen, um die rasch wachsende Nachfrage zu decken, wird eine enorme politische Priorisierung und breite öffentliche Unterstützung für den Bergbau erfordern“, schloss Simon.

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