Atomkraftwerk Golfech wegen Hitzewelle abgeschaltet
Ein Kernkraftwerk in Frankreich ist in der Nacht zu Montag wegen „Umweltauflagen“ im Zusammenhang mit der Hitzewelle vom Netz genommen worden, wie ein Sprecher der Anlage mitteilte.
Das Kraftwerk Golfech im Südwesten des Landes verfügt über zwei Druckwasserreaktoren mit jeweils 1,3 Gigawatt (GW). Zur Kühlung der Reaktoren wird Wasser aus der Garonne genutzt.
Einer der Reaktoren wurde am Montag um 23.45 Uhr abgeschaltet, da erwartet wird, dass die Wassertemperatur der Garonne im Laufe des heutigen Tages auf 28 °C steigt.
Da der andere Reaktor bereits seit Mai wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb ist, wurde das Kraftwerk damit vollständig abgeschaltet.
Umweltgrenzen für die Garonne
Ein Erlass aus dem Jahr 2006 schreibt vor, dass die Temperatur des Flusses nach den Einleitungen des Kraftwerks 28 °C nicht überschreiten darf. Damit sollen Tiere und Pflanzen geschützt werden.
Die 57 französischen Kernreaktoren müssen dauerhaft gekühlt werden, weshalb sie in der Nähe des Meeres oder an Flüssen errichtet wurden.
Bei extremer Hitze kann die steigende Flusstemperatur den nationalen Energieversorger EDF dazu zwingen, die Stromerzeugung zu drosseln oder vollständig einzustellen, um eine zusätzliche Erwärmung der Gewässer zu verhindern.
Folgen für die Stromerzeugung von EDF
Abschaltungen oder Einschränkungen aus Umweltgründen wirken sich bislang nur begrenzt auf die Kernenergieproduktion von EDF aus: Der jährliche Rückgang wird auf 0,3 % geschätzt.
Ohne Anpassungsmaßnahmen könnte dieser Rückgang angesichts des Klimawandels jedoch im Durchschnitt bis 2035 auf 1,4 % und anschließend bis 2050 auf 1,5 % steigen.
Die extreme Hitze in Frankreich, die bereits mehrere Todesopfer gefordert hat, veranlasste EDF außerdem, Produktionskürzungen in weiteren Kraftwerken wie Bugey im Südosten des Landes zu prüfen.
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