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Renault und Stellantis steigen aus – doch Toyota, Hyundai und BMW halten am Wasserstoff-Fuel-Cell fest

Weißer moderner Sportwagen H2 Future in einem hellen Showroom mit großen Fenstern und Ladestationen.

Zuerst Renault, dann Stellantis: Schritt für Schritt wächst die Zahl der Hersteller, die beim Wasserstoff den Rückzug antreten. Doch es gibt Ausnahmen …

Anfang dieses Jahres wurde Hyvia, das Joint Venture von Renault für Transporter mit Wasserstoff-Fuel-Cell, in die Liquidation überführt. Das Unternehmen begründete den Schritt mit der „viel zu langsamen Entwicklung der Wasserstoff-Mobilitätsökosysteme in Europa und den sehr hohen Kosten, die erforderlich sind, um in diesem Bereich zu innovieren“.

Vor Kurzem schlug Stellantis in dieselbe Kerbe. Der Konzern kündigte das Ende seines Programms an, das ebenfalls auf wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge (Fuel Cell) ausgerichtet war, und verwies auf die geringe Nachfrage, die begrenzte Tankinfrastruktur sowie die hohen Entwicklungskosten. 2022 hatten wir die Gelegenheit, einen Peugeot Expert mit Wasserstoffantrieb zu fahren – damals klang der Ausblick deutlich optimistischer:

Zusätzlich zu den genannten Gründen trug auch die fehlende Kundennachfrage dazu bei, dass das Projekt wirtschaftlich nicht mehr tragfähig war. Der finanzielle Effekt blieb nicht ohne Folgen: Stellantis verbuchte eine Wertminderung in Höhe von 733 Millionen Euro.

„Der Wasserstoffmarkt bleibt eine Nische, ohne Aussicht auf wirtschaftliche Tragfähigkeit auf mittlere Sicht.“

Jean-Philippe Imparato, Chief Operating Officer von Stellantis in Europa,

Nicht alle geben Wasserstoff auf

Trotzdem wirkt ein baldiges Ende von Wasserstoff oder der Fuel-Cell-Technologie nicht wahrscheinlich. Toyota, Hyundai und BMW halten – trotz der Hürden – konsequent an dieser Energiealternative fest.

Toyota als Branchenpionier setzt weiterhin mit Nachdruck auf die Wasserstoff-Brennstoffzelle. Nach dem Start der zweiten Mirai-Generation mit bis zu 650 km Reichweite bereitet der Hersteller bereits die dritte Generation des Systems vor, die niedrigere Kosten, höhere Effizienz sowie bessere Performance in Aussicht stellt.

Dabei agiert Toyota nicht allein: BMW ist Entwicklungspartner – eine Kooperation, die 2011 begonnen hat. BMW verfügt bereits über eine Pilotflotte von einigen Dutzend iX5 Hydrogen. Ziel sowohl der Deutschen als auch der Japaner ist es jedoch, 2028 Serienmodelle auf den Markt zu bringen.

Toyotas Wasserstoff-Fuel-Cell-Strategie wird sich allerdings zunehmend in Richtung Güterverkehr verschieben, wo das Unternehmen das größere Potenzial für einen Durchbruch dieser Technik sieht – genau das Feld, auf das auch Renault und Stellantis gesetzt hatten, wenn auch mit Schwerpunkt Europa.

Im November des vergangenen Jahres präsentierte Toyota einen Prototypen eines Hybrid-Transporters mit Wasserstoff-Brennstoffzelle und Batterien. Außerdem wurde eine Partnerschaft mit Isuzu Motors geschlossen, um noch in diesem Jahrzehnt einen Fuel-Cell-Lkw zu entwickeln.

„Wasserstoff als Kraftstoff bietet Vorteile, die positive Veränderungen bewirken können, und wir sind seinem langfristigen Erfolg verpflichtet.“

Jordan Choby, Vice President, Toyota Group für Antriebsstrang-Engineering

Nicht zu vergessen ist zudem, dass Toyota parallel auch an Verbrennungsmotoren arbeitet, die Wasserstoff als Kraftstoff anstelle von Benzin nutzen.

Und Hyundai?

Hyundai geht sogar noch weiter. Der südkoreanische Hersteller will bis 2028 Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme in der gesamten Palette seiner leichten und schweren Nutzfahrzeuge einsetzen und bis 2030 Kostengleichheit zwischen batterieelektrischen Fahrzeugen und Wasserstofffahrzeugen erreichen.

Zudem produziert Hyundai bereits seit 2018 ein Wasserstoff-Pkw-Modell: den Nexo – den wir ebenfalls fahren konnten. Die zweite Generation des SUV wurde in diesem Jahr vorgestellt:

Darüber hinaus meldete Hyundai im vergangenen Jahr auch eine Partnerschaft mit General Motors, um Fahrzeuge und Technologien wie die Wasserstoff-Brennstoffzelle gemeinsam weiterzuentwickeln.

Wie lauten die Prognosen?

Laut einer Studie von Knowledge Sourcing Intelligence, auf die sich Automotive News Europe bezieht, soll der Markt für Wasserstofffahrzeuge zwischen 2025 und 2030 im Schnitt um etwa 20 % pro Jahr wachsen und bis zum Ende des Jahrzehnts ein Volumen von 20,5 Milliarden Euro erreichen.

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben von Market Growth Reports weltweit mehr als 60.000 Fuel-Cell-Fahrzeuge (Pkw und Nutzfahrzeuge). Diese Zahl soll bis zum Ende des nächsten Jahres auf 100.000 Einheiten ansteigen.

Drei Länder stechen bei Wasserstoff besonders hervor: Japan, Südkorea und Deutschland. Zusammen verfügen sie bereits über mehr als 500 Wasserstofftankstellen. China will jedoch nicht zurückstehen und plant, bis 2030 mehr als 1.000 Tankstellen zu errichten.

Herausforderungen für Wasserstoff

Trotz des anhaltenden Engagements dieser Hersteller bleiben die bekannten Hürden bestehen: Der Ausbau von Wasserstoff-Tanknetzen ist weiterhin nahezu nicht vorhanden, und Energieunternehmen zeigen bislang wenig Interesse, in Produktion und Infrastruktur zu investieren.

Hinzu kommt der zunehmend harte Wettbewerb durch batterieelektrische Fahrzeuge. Deren Verkaufszahlen steigen deutlich schneller – gestützt durch massive Investitionen in Technologie, Fahrzeuge und ebenso in Ladeinfrastruktur.

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